Realgemeinde Mardorf von 1777 (RG)

 
Mardorf WappenSchon vor dem 30-jährigen Krieg organisierte sich die Gemeinschaft von selbständigen Bauern (später die Eigentümer der Hofstellen Nr. 1 – 24, 26, 47) in Mardorf unter einem Vorsitzenden, dem Bauermeister.

 

Die gesamte Gemarkung Mardorf gehörte dieser Genossenschaft.

Mit der „Theilung der Gemeinheiten“ 1777 entstand die Realgemeinde Mardorf.

Seit 1827 gibt es eine "politischen Gemeinde" mit dem vom Amt eingesetzten Bürgermeister (Bauermeister). Dazu kommen zwei Vorsteher (vor Ort gewählt). Die Genossenschaft der Realeigentümer hat aber weiterhin ihren eigenen Vorsitzenden. Die pol. Gemeinde übernimmt im Laufe der Zeit fast alle vorher eigenständigen Wege-, Schul- und Kirchenflächen.

1866 vereinnahmt Preußen das Kgr.Hannover und die reine Selbstverwaltung der Realgemeinde endet.

Seit 1878 werden die meisten Forstflächen in Mardorf in zwei eigenständigen Forstinteressentenschaften (A und B) organisiert.

Der größte Umbruch für Mardorf kommt aber am 17.1.1891 mit der "Theilungs- und Verköppelungssache in der Mardorfer Feldflur". Mit demEnde am 4.12.1908 ist Mardorf neuaufgeteilt in ein schachbrettartiges Parzellen- und Wegenetz. Danach bleiben bei der Realgemeinde „lediglich“ die damals wertlosen Moor- und Waldflächen sowie "unwirtschaftliche" Nordufergrundstücke am Meer. Trotz großen Drucks werden erst 1944 die Ämter der beiden „Gemeinden“ zusammengelegt.

Noch bis in die 1960er Jahre werden durch Hand- und Spanndienste der Bauern viele Vorhaben der Gemeinde Mardorf erst ermöglicht. Diese und andere Probleme im Ort wurden seit alters her in der jährlich bei einem der Krugwirte stattfindenden "Maiversammlung" besprochen und abgestimmt. Inzwischen findet die Gemeinde- und Jagdversammlung aber jeweils am 30.April abends im Schützenhaus statt.

Mit der Gebietsreform 1974 ist die Realgemeinde wieder selbständig. Heute ist sie neben der Region Hannover als einer der beiden Hauptanlieger des Nordufers unverzichtbar für die touristische Entwicklung in Mardorf.



altes Statut der Realgemeinde Mardorf - 940 kb

 

Museumsscheune "demper, dösker un meer"

Die alte Scheune "Hinterm Dorf" wird Anfang 1930 gebaut für die gemeinschaftlichen Kartoffel-Dämpfmaschine (demper) und Dreschmaschine (dösker).

Nachdem das Gebäude nicht mehr dafür gebraucht wird, hat die Realgemeinde viele alte und seltene "bäuerliche Arbeitsgeräte und Landmaschinen" gesammelt und der "Nachwuchs" hat daraus die sehenswerte Ausstellung "Landwirtschaftliche Museumsscheune der Realgemeinde Mardorf" geschaffen.

Kontakt: Björn Niemeyer



Infotafel-Museumsscheune - 800 kb

 

 
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